Depressionen und Medikation

vorab: ich war immer jemand, der von sich behauptet hatte eine deutsche Eiche zu sein. Folglich war ich auch nie krank und brauchte auch nie Medikamente. Als ich von meinem Arzt die Diagnose und die Einweisung bekam, bekam ich auch ein Rezept für Antidepressiva. Das habe ich natürlich erstmal negiert, so schlimm wird’s schon nicht sein, dachte ich mir. Als ich mich dann aber in das Themenfeld Depression einarbeitete, las ich , dass die Erfolgschancen der Therapie, die mir vorgestanden höher waren mit Medikation. Eine befreundete Apothekerin erklärte mir dann noch die Wirkweise dieser Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und somit entschied ich, diese auch zu nehmen. Das meine Medikamente einen Spiegel aufbauen mussten, dauerte es ca. drei Wochen, bis ich eine Wirkung spürte. An Nebenwirkungen kann ich mich nur eine schlechte und eine gute erinnern. Die schlechte war, dass ich den ganzen Tag über Hitzewallungen hatte. An manchen Tagen musste ich mich drei-vier Mal umziehen, weil ich patsch nass geschwitzt war. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt ja schon in der Klinik aufhielt, war das aber gut handelbar. Ich hatte eh meinen halben Kleiderschrank dabei, so hielten sich die Probleme damit in Grenzen. Die weitaus bessere Nebenwirkung war eine sexuelle. Ich konnte kaum noch zum Höhepunkt kommen. Diese Seite der Medaille war eher mit Spaß, weil schier endlosen Nächten mit multiplen Orgasmen meiner Nachtgefährtinnen verbunden. Darüber könnte ich mich also nicht beschweren. 😊

Heute, nach knapp zwei Jahren der Medikamenteneinnahme würde ich diese gerne wieder absetzten. Sie haben mir gut getan, aber ich möchte nicht ewig Medikamente einnehmen. Einen ersten, eigenmächtigen Versuch habe ich schon gemacht. Leider musste ich den Versuch abbrechen, da der Zeitpunkt schlecht (Herbst, dunkel, regnerisch, Coronazeit) und damit die Erfolgschancen niedrig waren. Aktuell versuche ich es mal wieder, bin mir noch nicht sicher, ob ich es durchziehe.

Zusammengefasst sind meine Erfahrungen mit Medikamenten also recht gut. Das habe ich aber von anderen mit depressiven Themen auch schon anders gehört. Hier sollte also ganz genau auf den Körper geachtet werden und die eigene Reaktion auf die Medikamente.

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