Depression und der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben

Depression und der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben

Vier Wochen habe ich nun schon geschafft.🍀😍 Nach der langen Zeit meines Ausstiegs durch eine schwere Depression bin ich am 01.06.21 wieder ins Arbeitsleben eingestiegen. 955 Tage, nachdem ich im Oktober 2018 „aus den Latschen gekippt bin“. Gefühlt wurde es für mich auch wieder Zeit. Dabei bin ich heute gar nicht sicher, ob ich wirklich bereit war, oder meine inzwischen wirklich prekäre Einkommenssituation durch HartzIV die nötige Motivation gebracht hatte, mich auf meinen Weg zu machen. Wie auch immer, Anfang Juni ging’s los. Und wie!
Früher hätte ich gesagt: „Ich Glücksschwein hab direkt nen Volltreffer gelandet“. Nach ja nun auch 955 Tagen Arbeit an mir beschreibe ich es mal so: Ich habe es gewollt, alles dafür getan und so habe ich es auch geschafft. Meinen Wunschjob, am Wunschort, mit Wunschwochenarbeitszeit zum Wunschgehalt. Ich war extrem Stolz auf mich, dass ich das so geschafft habe!

Einfach ist der neue Alltag aber nicht. Also er ist auch nicht schwer, aber er ist eine große Änderung zu den Zeiten vorher. Ich hatte mir ja bereits in den Vormonaten das frühe Aufstehen antrainiert. Aber nun zu „Müssen“ ist schon nochmal ein anderer Schnack. Gelingt jedoch gut, überwiegend. Da hilft natürlich ungemein, dass ich mich an nur vier Tagen pro Woche motivieren darf loszukommen. Anwesenheit ist ja das Eine, acht Stunden am Tag konzentriert arbeiten ist nochmal ne ganz andere Nummer. Das ließ sich schlecht trainieren und war anfangs folglich nicht so leicht. Wo ich mich die ersten Wochen schon mittwochs ins Wochenende gewünscht habe, gehts inzwischen schon ganz gut.

Wiedereinstieg nach Depression

Ich feiere mich auch beinahe täglich für den Mega Arbeitsweg. Mega, weil sehr kurz, das ist hier im Rheinland, wie ich gelernt habe, nicht selbstverständlich. Aber auch Mega, weil ich mit dem Fahrrad schönste Alleen und ruhige Fahrradstraßen entlangfahren darf. Teilweise war ich auf meine Vespe umgestiegen, hab das aber schnell wieder gelassen, da ich dann in der Rushhour im gleichen Stau wie die Autofahrer stand. Ja und dann habe ich ja noch meinen Wunschjob bekommen und bin seit neustem Lehrer in der Erwachsenenbildung, auch Dozent genannt. Für diese Aufgabe brauchts kaum spezielle Motivation früh aufzustehen, loszukommen und durchzuhalten. Da habe ich auf mein Gefühl (vielleicht auch auf die Sterne und mein Human Design) gehört und bin, nicht wieder zurück ins gut bezahlte Online-Marketing gegangen, sondern meiner Leidenschaft gefolgt.

Hin und wieder gibt es noch Umstellungsschmerz, denn die Branche in der ich jetzt arbeite, hat einige andere Regeln als die Marketingbranche, in der ich die letzten 20 Jahre gearbeitet habe. Aber ich übe mich zum einen in Geduld, zum Anderen werden von mir glücklicherweise, weil ich offen über meine „Auszeit“ sein konnte, aktuell auch keine Wunder erwartet. 

Alles in Allem also bisher ein gelungener Wiedereinstieg.
Das habe ich gut gemacht. Ich bin glücklich und Stolz auf mich!

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