Depression und das Grundeinkommen

Heute ist es nun soweit. Mein größter Albtraum ist Realität geworden. Ich beziehe seit heute Grundsicherung, früher auch unter HARTZIV bekannt. Vor nichts und niemandem hatte ich so viel Angst wie vor diesem Moment. Dabei geht es mir nicht darum, was die Leute denken. Was „die Leute denken“ geht mir schon seit einiger Zeit am A… vorbei. Auch nicht, dass es nur 446 EURO Einkünfte, über dem Betrag für meinen Vermieter sind. Wobei ich noch keine Ahnung habe, wie ich davon leben soll. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Es ist das Gefühl, sind die Gedanken, welche da in den letzten Wochen langsam in mich hinein geschlichen, in mir emporgestiegen sind. Mich haben sehr anspannen lassen und in meinem Unterbewusstsein über mich regierten. Dabei habe ich nun eine Ahnung, was dieses Gefühl mit Menschen machen kann, die in die Grundsicherung rutschen. Das ist zwar ein und das schreibe ich mit großer Dankbarkeit, von unserer Gesellschaft gespanntes Netz, dass ich nicht komplett ohne Geld dastehe und auch meine Wohnung weiter bezahlen kann. Es ist aber auch, der aus meiner Blickrichtung letzte Schritt vor dem untersten Bereich, in den ich mir je vorstellen konnte zu fallen. Also der größte Albtraum den ich mir selbst mit meinem Gehirn ausmalen konnte.

Nun ist es ja aber auch so, dass ich vor einiger Zeit zu lernen begonnen habe, meine inneren Anteile besser zu spüren, zu verstehen. Ebenso wie ich begonnen habe zu lernen, meine Schöpfer-Verantwortung wahr zu nehmen. Lerne, meine eigenen – meist unbewussten – Entscheidungen zu hinterfragen. Mir gelingt zusehends bewusster zu sagen: Ich entscheide wie ich mich fühlen will. Jeden Tag aufs neue. Robert Betz schrieb mal passend: „…Durch ein neues Denken über dich und das Leben entstehen neue Gefühle, so wie neue Blumen durch neue Samen erblühen.“ Recht hat er, ICH ENTSCHEIDE WIE ICH MICH FÜHLEN WILL!

Dadurch beeinflusst, springe nun nicht, die Röcke über dem Kopf zusammengebunden, durch die Gegend. Meine Gedanken driften dadurch jedoch auch viel seltener in die früher „üblichen“ Selbsverachtung, Kasteiung und Opferdenken.

Ich habe die Wahl: WILL ICH SCHÖPFER ODER WILL ICH OPFER SEIN.

So stelle ich mich meinen Ängsten und meinem Schmerz, nehme an, erkenne an und begegne meinen Gefühlen und Gedanken mit Liebe und Selbstverantwortung.

Ich schließe und zitiere, nochmal mit Robert Betz:

„…Ein Tag LEBEN ist wie ein kleines Kunstwerk. Und du bist der Künstler, im besten Fall, der ‚Lebenskünstler‘, der mit Freude und Liebe zu sich selbst aus diesem Tag das Allerbeste macht und die Geschenke erkennt, die er für dich bereithält.“

Was ist deine größte Angst, der du dich stellen musstest?